Rentendebatte

Grundsatzfragen im Video-Format

Grundsatzfragen im Video-Format

Welche Altersvorsorge sollen, können oder müssen Selbstständige leisten? – Wir stellen per Video-Clips ein paar grundsätzliche Fragen. Die Antworten müssen und wollen wir gemeinsam finden.

Als gewerkschaftliche Selbstständige haben wir natürlich Grundideen erarbeitet. Die sind aber nicht in Stein gemeißelt, wir stehen am Anfang einer drängenden gesamtgesellschaftlichen Debatte. Unsere Thesen und Erkenntnisse entwickeln wir im Dialog mit euch, der Politik und der Wissenschaft stetig weiter – und veröffentlichen dazu an dieser Stelle in lockerer Folge weitere Videos.

Diskutiert mit uns! Wir brauchen den Input und die Debatte jetzt, denn klar ist: Zur Altersvorsorge der Selbstständigen werden noch in 2019 Grundentscheidungen fallen. Das Thema ist unser sozialpolitischer Schwerpunkt, nachdem wir bei der Baustelle Krankenversicherung eine fundamentale Entlastung für euch durchsetzen konnten. (Ein so bedeutender Erfolg, dass ihn sich viele, die das Thema erst in den letzten Jahren entdeckt haben, gerne anheften.) - Damit die Richtung auch bei der Altersvororge und der Rentenpolitik stimmt, müssen wir untereinander und mit der Politik diskutieren! Schreibt uns unter selbststaendige@verdi.de wie ihr euch ein solidarisches Vorsorgesystem vorstellt.

  • Video 1: Pflichtversicherung oder Vorsorgepflicht?

    Ist es nicht egal, wie Selbstständige fürs Alter vorsorgen?
    Wir meinen: Ganz und gar nicht. Aus gutem Grund dürfen sich Angestellte – egal, was sie verdienen – auch nicht aussuchen, ob und wie sie sich an einem Solidarsystem beteiligen. Beamt/innen, Politiker/innen und Selbstständige sollten das auch nicht können. Wer heute eine Vorsorgepflicht nach Gusto fordert, will den Ausbau von Privilegien. Nur ein gemeinsames, umlagefinanziertes System schafft Solidarität und ermöglicht den Ausgleich. Gleichzeitig erübrigen sich bei Status- und Berufswechseln komplizierte Übergänge zwischen unterschiedlichen Systemen und die gesetzliche Rente ist zudem nicht vom Kapitalmarkt abhängig.

    Wie siehts du das? – Diskutier mit uns!

  • Video 2: Zu viele Vorsorge-Varianten?

    Ist ein solidarisches Rentensystem, an dem sich alle beteiligen, gerecht?
    Wir finden: ja. Weil es den heutigen System-Wildwuchs beendet, bei dem nur bestimmte Selbstständige zur gesetzlichen Vorsorge verpflichtet sind. – Vor allem jene, die sich die Beiträge eigentlich gar nicht leisten können. Ausgerechnet in Branchen, in denen sehr gut verdient wird, können Selbstständigen aus der gesetzlichen Vorsorge ausscheren. Die Rosinenpickerei wird beschränkt, wenn sich alle Erwerbstätigen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit an einer solidarischen Altersvorsorge beteiligten.

    Wie siehts du das? – Diskutier mit uns!

  • Video 3: Altersvorsorge bei Job- und Statuswechseln?

    Kann die Alterssicherung als Mix von Vorsorgevarianten funktionieren?
    Wir können uns das schwer vorstellen, wenn es für die Mehrheit der Bevölkerung gerecht und planbar zugehen soll. Unsere These lautet: Nur ein solidarisches System mit seinen Ausgleichsmechanismen kann flexibel auf Schwankungen von Einkommen und Lebenslagen reagieren und die individuelle Spar- und Leistungsfähigkeit bei der Beitrags- und Leistungsgestaltung berücksichtigen. Das gilt insbesondere für Statuswechsel zwischen Selbstständigkeit und Anstellung, für Gründungsphasen, Zeiten der Auftragslosigkeit, der Weiterbildung, in Familienphasen oder bei Krankheit.

    Wie siehts du das? – Diskutier mit uns!

  • Video 4: Mindestbeiträge bei der Krankenversicherung

    Können sich Selbstständige alle üblichen Sozialversicherungen leisten?
    Dieser Film ist bereits ein bisschen historisch, denn Ende 2018 haben wir endlich erreicht, dass das Thema Mindestbeiträge bei gesetzlichen Krankenkassendeutlich entschärft wurde. Seit 2019 tun die gesetzlichen Krankenkassen bei (freiwillig versicherten) Selbstständigen so, als würden sie pro Monat mindestens rund 1.050 € Gewinn machen. Auch dann, wenn die Einkommen deutlich darunter liegen. Die Beiträge werden bei selbstständigen Geringverdiener*innen also auch heute noch nicht prozentual vom Einkommen berechnet. Allerdings: In der Vergangenheit lag der sogenannte Mindestbemessungswert Wert sogar bei 2.283,75 €. – Ausgerechnet Selbstständige mit geringem Einkommen konnen sich da kaum eine Altersvorsorge leisten, wenn bereits gut 400 € Monatsbeitrag für die Kranken- und Pflegeversicherung fällig waren. Die Senkung des Mindestbeitrags um rund 56 % auf nun etwa 170 € haben wir nach über 15 Jahren zäher Diskussion mit Politik, Parteien und Versicherungen erreicht. Ziel bleibt aber der grundsätzliche Systemwechsel: Wir brauchen die Bürgerversicherung, eine Krankenversicherung für alle, die für alle gleiche Konditionen anbietet - nicht zuletzt, damit im Alter die Krankenversicherung der Rentner zur realistischen Option für alle Selbstständigen wird.

    Wie siehts du das? – Diskutier mit uns!