Selbstständige in ver.di – darum geht's bei (d)einer Mitgliedschaft

  • Selbstständige gibt es in allen Organisationsbereichen der ver.di.
    Uns verbindet ein Merkmal: Wir sind solidarisch denkende Einzel-Unternehmer*innen, gesellschaftlich verantwortliche Selbstständige, die über den Tellerrand des eigenen Berufs- oder Erwerbsstatus hinausblicken. Kollektive Vertretung, berufliche Beratung und beruflicher Rechtsschutz sind dabei selbstverständlich inklusive.

  • Aktuell sind über 30.000 hauptberuflich Solo-Selbstständige in ver.di dabei.
    Wir gestalten Arbeits- und Lebensbedingungen gemeinsam, koordinieren und vertreten unsere Interessen gegenüber Auftraggebern und Politik. Wir sind Honorarkräfte, Subunternehmer*innen und Freiberufler*innen, die sich nicht nur auf die Stärke Einzelner oder einzelner Gruppen verlassen, sondern auf die Kompetenz und Durchsetzungskraft einer großen, starken Gemeinschaft bauen können.

  • Wir sind aus Überzeugung Teil der Gewerkschaftsbewegung.
    Wir wollen, dass alle, die von ihrer Arbeitskraft leben, Stimme, Unterstützung und politisches Gewicht in einer solidarischen Gemeinschaft und Gesellschaft haben. – Egal ob selbstständig oder abhängig beschäftigt oder beides gleichzeitig: Wir begleiten Mitglieder in allen Phasen des Erwerbslebens.

Gemeinsam selbstständig - gemeinsam was bewegen

Es gibt viele Gründe für einen ver.di-Beitritt. Auf unseren Seiten findest du Themen, die uns bewegen, Leistungen, die du erwarten, und Tipps, wo du dich engagieren kannst. Da eine Gewerkschaft aber etwas mit Politik und Gestaltung zu tun hat, solltest du vor einem Beitritt nachlesen können, welche Grundhaltung uns prägt. – Die ist nicht in Stein gemeißelt und wir freuen uns über jedes Mitglied, das hilft, unser lebendiges Leitbild weiterzuentwickeln. Solange der gewerkschaftliche Kern erhalten bleibt: demokratische Struktur und Solidarität.

Wir schauen in erster Linie auf den selbstständigen Erwerbsstatus, blicken aber gleichzeitig über den Tellerrand hinaus. Das unterscheidet uns von vielen Initiativen und Berufsverbänden. In ver.di spiegelt sich die extrem vielfältige Arbeitswelt der Selbstständigen wider. Sie reicht von abhängiger Selbstständigkeit etwa bei Paketzusteller*innen bis zu gesuchten Fachkräften, die ihre Bedingungen auf Augenhöhe verhandeln. Wir sehen genau hin, wer unter welchen Bedingungen in unseren Branchen und Berufen arbeitet. Klar: Zuerst und generell wollen wir die Bedingungen für Selbstständige verbessern, aber nicht wenn das auf Kosten anderer geht. Wir akzeptieren deshalb weder Dumpinghonorare, noch Selbstständige, die meinen, sie kämen auch ohne eine solidarische Gesellschaft gut klar, etwa ohne soziale Sicherung für Alle und ohne ein umverteilendes Steuerrecht.

Als ver.di-Selbstständige streiten wir einerseits gerne mit unfairen Auftraggebern und ihren Verbänden und schauen andererseits bei den vielen Gesprächen mit der Politik und Verbänden immer genau hin, welche Interessen letztendlich bedient werden. Wo also oben und wo unten ist, über welche Selbstständigen und Maßnahmen wir im Detail reden und welche gesamtgesellschaftlichen Fragen sich stellen. Eigentlich ist es einfach den eigenen sozialen Kompass auszurichten und zu entscheiden wo man steht. Fakt ist: Selbstständige und abhängig Beschäftigte im Sektor der Niedrigeinkommen haben als schlecht Bezahlte mehr miteinander gemein als mit denen im Bereich der Spitzenhonorare.

Machtfragen, Austausch und demokratische Interessenvertretung

Wer Einkommensbedingungen gestalten will, muss auch in der Lage und willens sein, Druck auf Auftraggeber auszuüben. Mit einer starken Organisation im Rücken gelingt uns das. Zugegeben: Auf den ersten Blick wirkt ver.di oft wie eine anonyme Großorganisation, die mit den speziellen Anliegen kleinerer Gruppen, etwa der Selbstständigen, wenig zu tun hat. Tatsächlich bietet auch ver.di den Charme kleiner, überschaubaren Einheiten, denn unter dem großen Dach gibt es vielfältige Fach- und Statusgruppen. Regional und bundesweit bilden sie eigene Netzwerke und sind zusätzlich in den Vorständen der Gesamtorganisation vertreten. Wer von außen schaut, sieht ver.di manchmal als Monolith, wer drin ist, erlebt es anders: Die einzelnen Berufs- und Statusgruppen, auch die ver.di-Selbstständigen, pflegen ein ausgeprägtes Eigenleben mit eigenen Positionen und Handlungsoptionen und haben zugleich einen demokratisch legitimierten, gesicherten Einfluss auf die Gesamtorganisation.

Selbstständige, die bei uns Mitglied werden, haben dafür unterschiedlichste Motive. Wir kennen und schätzen die vielfältigsten Bedürfnisse und Erfahrungen. Deshalb ist es auch legitim, als Mitglied individuelle Leistungen zu fordern. – Eine Gewerkschaft ist aber auch eine wirksame Interessenvertretung und die funktioniert nur bedingt als Stellvertreterpolitik. Weder die politischen Rahmenbedingungen (die unsere Gruppe Solo-Selbstständige im Blick hat), noch berufsspezifische Probleme (um die sich Fachbereiche und -gruppen kümmern) verändern sich im Selbstlauf oder wenn ein paar Funktionsträger*innen sie erwähnen. Je mehr Selbstständige sich aktiv einbringen, desto mehr können wir gemeinsam bewegen. Das gilt übrigens auch für die Gewerkschaft selbst: Bei bundesweit "nur" 30.000 selbstständig erwerbstätigen Mitgliedern wird nicht jedes Argument unserer Orts-, Landes- oder Bundesgruppen ad-hoc von der Gesamtorganisation übernommen. Je mehr sich darin zu Wort melden, desto schneller überspringen Selbstständige die Aufmerksamkeitsschwelle – und können dann auf die Kraft einer Millionenorganisation bauen.

Solidarität heißt: Gemeinsam auf der richtigen Seite stehen

Wirklich große Themen packen wir nicht mit ein paar schnell hingeworfenen Thesen an. Die jahrzehntelange Erfahrung zeigt: Immer wenn Selbstständige nur mit ein paar Protagonist*innen auftreten, mit Online-Petitionen, selbstgestrickten Umfragen und einseitigen Forderungspaketen, verändern sie gesellschaftlich wenig. Wir wissen: Wer maximale öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt, kann damit kurzfristig Zuspruch und Mitgliederzuwachs erreichen. Trotzdem stellen wir das Plakative zurück und den notwendigen grundsätzlichen Wandel in den Vordergrund. Mit knapp zwei Millionen Mitgliedern können wir es uns leisten, neben schnellen Erfolgen – von der erfolgreichen Einzelberatung bis zur Austausch- und Informationsveranstaltungen – auch auf die großen, langfristigen Ziele zu setzen: Gute Arbeit in jedem Erwerbsstatus, Durchlässigkeit sozialer Systeme und eine solidarische Gesellschaft. Zu der gehören auch Themen wie Steuergerechtigkeit und entschiedenes Eintreten gegen jede Form der Diskriminierung.

Logo Gut aufgestellt
Foto/Grafik: ver.di Selbstständige

ver.di Kampagnen