Selbstständige

ver.di-Mitgliederbrief Selbstständige | 29.3.21

ver.di-Mitgliederbrief Selbstständige | 29.3.21

Mitgliederbrief ver.di-Selbstständige März 2021 ° °

Ein Mitgliederbrief, in dem es nicht in erster Linie um die COVID-Krise geht. Zu den vielen Ärgernissen und wenigen Lichtblicken bei den Hilfspaketen informieren wir laufend in unserem Corona-Info-Pool für Selbstständige und in vielen Facebook-Meldungen. Und die aktuelle Grundforderung der ver.di-Selbstständigen an die Politik – ein unbürokratischer Einkommensersatz von 75 Prozent – haben wir dir in unserem letzten Brief vorgestellt.

Es geht diesmal um die Frage, was die politischen Akteur*innen aus den vielen Gesprächen, Diskussionen und Anregungen mitgenommen haben. Wir wollen bis zur Bundestagswahl mit Parteien und Abgeordneten klären, ob und was sie gelernt haben, bei welchen längerfristigen Perspektiven und Zielen sie die Solo-Selbstständigen im Blick haben: Wo sie nur Reflexe und Floskeln anbieten und wo sie erkennbar programmatische Perspektiven zur Arbeitswelt präsentieren, die von Akzeptanz und Wertschätzung der solo-selbstständigen Erwerbstätigkeit geprägt sind.

ver.di-Selbstständige im „Superwahljahr“
Dazu hat die ver.di-Bundeskommission Selbstständige (BKS), in der gewählte Vertreter*innen aus den Landesbezirken und Kolleg*innen aus verschiedensten Berufen zusammenkommen, ein erstes Forderungspaket geschnürt. Es soll die politischen Akteur*innen animieren, "den Entwicklungen und Herausforderungen in der Arbeitswelt Rechnung zu tragen" und die für Solo-Selbstständige zentralen Punkte der nächsten Legislaturperiode "in ihre Bundestagswahlprogramme und Positionen aufzunehmen“: Im Kern sind es vier Themenkomplexe, die – auch als Konsequenz aus einer aktuellen Krisenerfahrung – aus ihrem Mauerblümchendasein befreit und jetzt endlich konsequent angegangen werden müssen. Konkret geht es der BKS um:

  • durchgängige soziale Sicherungsbiografien
  • eine Erwerbslosenversicherung auch für Selbstständige
  • gesetzliche Kriterien, die allen Beteiligten eine einfache arbeits-und sozialrechtliche Statusbeurteilung ermöglichen und
  • ein Wettbewerbsrecht, das die gemeinsame Interessenwahrnehmung Solo-Selbstständiger stärkt

Diese Stichworte findest du hier ausführlicher erläutert und dort auch als PDF zum Download.

Zurzeit erarbeiten die aktiven Ehrenamtlichen einen Fragebogen, mit dem sie (und vielleicht auch du?) auf die Kandidatinnen und Kandidaten der demokratischen Parteien zur Bundestagswahl zugehen und sie zu öffentlichen Diskussionen einladen werden. Dazu mehr im nächsten Mitgliederbrief.

 Es tut sich etwas im Europa
Speziell zu der BKS-Forderung in Sachen Wettbewerbsrecht wird es nicht reichen, die nationalen Stakeholder zu adressieren. Deshalb ist ver.di auch auf dem europäischen Parkett in Sachen Solo-Selbstständige aktiv. Mit ersten Erfolgen. „EU-Kommission will Tarifverträgen für Solo-Selbstständige den Weg ebnen“, ist eine Pressemitteilung der ver.di überschrieben, mit der sie die Initiative der EU-Kommission unterstützt, deutlich mehr Möglichkeiten für Tarifverträge für Solo-Selbstständige zu schaffen. ver.di sieht darin eine Möglichkeit der „Stärkung von Ein-Personen-Unternehmen“. Hintergrund: Das europäische Wettbewerbsrecht verhindert bislang weitgehend Möglichkeiten für Solo-Selbstständige, ihre Bezahlung und Arbeitsbedingungen gemeinsam mit Gewerkschaften auszuhandeln. Wettbewerbsrechtlich werden Solo-Selbstständige bislang mit Unternehmen gleichgestellt. „Kollektive Regelungen zum Schutz von Solo-Selbstständigen und eine faire Bezahlung sind damit weitgehend ausgeschlossen – das will die EU-Kommission nun ändern“, heißt es in der Pressemitteilung.

 Perspektiven für gemeinsames Handeln
Wie gemeinsames unternehmerisches Handeln praktisch gelebt werden kann, darum geht es auch in der nächsten Veranstaltung im Haus der Selbstständigen, an der du dich am Abend des 31. März beteiligen kannst: „Selbstbestimmt im Kollektiv - Genossenschaften damals und heute“. Infos und die Anmeldung zu der virtuellen Veranstaltung findest du hier.
Und wer das von ver.di federführend initiierte Haus, das die Interessenvertretung und kollektives Handeln stärken soll, noch nicht kennt: Kathy Ziegler stellt es in der 18. Folge ihres Podcasts „Solo-Selbststaendige in der Krise“ im Gespräch mit den HdS-Mitarbeiterinnen Vesna und Anne vor.

 Beste Grüße

aus dem ver.di-Referat Selbstständige

Unsere Informationskanäle und der Kontakt zu uns

In unserem ständig aktualisierten Corona-Infopool und unserem Facebook-Auftritt halten wir dich auf dem Laufenden, was sich in Sachen Solo-Selbstständige und Pandemiefolgen tut. Wer Facebook meiden will, findet die allgemeinen News zeitnah gespiegelt auf dieser Website unseres aktiven Kollegen Wolfgang.

Bitte informiere uns per Mail über alle aktuellen Aktionen, Kooperationen und Anliegen, damit wir Informationen zusammenführen, in die gemeinsame Diskussion, die Öffentlichkeit und die Politik einbringen können!