Rentendebatte

Grundsatzfragen im Video-Format

Grundsatzfragen im Video-Format

Welche Altersvorsorge sollen, können oder müssen Selbstständige leisten? – Wir stellen in den nächsten Wochen per Video-Clips ein paar grundsätzliche Fragen. Die Antworten wollen wir gemeinsam finden.

Als gewerkschaftliche Selbstständige haben wir natürlich bereits Grundideen erarbeitet. Die sind aber nicht in Stein gemeißelt, wir stehen am Anfang einer drängenden gesamtgesellschaftlichen Debatte. Unsere Thesen und Erkenntnisse entwickeln wir im Dialog mit euch, der Politik und der Wissenschaft stetig weiter – und veröffentlichen dazu an dieser Stelle in lockerer Folge weitere Videos.

Diskutiert mit uns! Wir brauchen den Input und die Debatte jetzt, denn nach der Bundestagswahl 2017 werden zur Altersvorsorge der Selbstständigen einige Grundentscheidungen fallen. Damit die Richtung stimmt, müssen wir untereinander sowie mit der Politik vor, im und nach dem Wahlkampf diskutieren! Schreibt uns unter selbststaendige@verdi.de wie ihr euch ein solidarisches Vorsorgesystem vorstellt.

  • Video 4: Krankenversicherung mit (zu) hohen Mindestbeiträgen

    Können sich Selbstständige alle normalen Sozialversicherungen leisten?
    Wie bei abhängig Beschäftigten gibt es bei Selbstständigen gute und schlechte Einkommen. Die gesetzliche Krankenkasse allerdings berechnet bei (freiwillig versicherten) Selbstständigen die Beiträge nicht immer prozentual vom Einkommen. Die Kassen tun so, als würden alle Selbstständigen mindestens 2.231,25 € Gewinn machen. – Ausgerechnet Selbstständige mit geringem Einkommen können sich daher daneben kaum eine Altersvorsorge leisten.  Wir fordern deshalb seit über 15 Jahren, das zu ändern und langsam trägt unsere Diskussion mit Politik, Parteien und Versicherungen Früchte: Alle Parteien schreiben, dass eine Absenkung der Beiträge auf ein erträgliches Maß fällig ist. Klappen wird das aber  nur im Rahmen eines größeren Systemwechsels: Wir brauchen die Bürgerversicherung bei der Krankenversicherung auch deshalb, damit die Altersvorsorge eine realistische Option für alle Selbstständigen ist.

    Wie siehts du das? – Diskutier mit uns!

  • Video 3: Pflichtversicherung oder Vorsorgepflicht?

    Ist es nicht egal, wie Selbstständige fürs Alter vorsorgen?
    Wir meinen: Ganz und gar nicht. Aus gutem Grund dürfen sich Angestellte – egal, was sie verdienen – auch nicht aussuchen, ob und wie sie sich an einem Solidarsystem beteiligen. Beamt/innen, Politiker/innen und Selbstständige sollten das auch nicht können. Wer heute eine Vorsorgepflicht nach Gusto fordert, will den Ausbau von Privilegien. Nur ein gemeinsames, umlagefinanziertes System schafft Solidarität und ermöglicht den Ausgleich. Gleichzeitig erübrigen sich bei Status- und Berufswechseln komplizierte Übergänge zwischen unterschiedlichen Systemen und die gesetzliche Rente ist zudem nicht vom Kapitalmarkt abhängig.

    Wie siehts du das? – Diskutier mit uns!

  • Video 2: Zu viele Vorsorge-Varianten?

    Ist ein solidarisches Rentensystem, an dem sich alle beteiligen, gerecht?
    Wir finden: ja. Weil es den heutigen System-Wildwuchs beendet, bei dem nur bestimmte Selbstständige zur gesetzlichen Vorsorge verpflichtet sind. – Vor allem jene, die sich die Beiträge eigentlich gar nicht leisten können. Ausgerechnet in Branchen, in denen sehr gut verdient wird, können Selbstständigen aus der gesetzlichen Vorsorge ausscheren. Die Rosinenpickerei wird beschränkt, wenn sich alle Erwerbstätigen entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit an einer solidarischen Altersvorsorge beteiligten.

    Wie siehts du das? – Diskutier mit uns!

  • Video 1: Altersvorsorge bei Job- und Statuswechseln?

    Kann die Alterssicherung als Mix von Vorsorgevarianten funktionieren?
    Wir können uns das schwer vorstellen, wenn es für die Mehrheit der Bevölkerung gerecht und planbar zugehen soll. Unsere These lautet: Nur ein solidarisches System mit seinen Ausgleichsmechanismen kann flexibel auf Schwankungen von Einkommen und Lebenslagen reagieren und die individuelle Spar- und Leistungsfähigkeit bei der Beitrags- und Leistungsgestaltung berücksichtigen. Das gilt insbesondere für Statuswechsel zwischen Selbstständigkeit und Anstellung, für Gründungsphasen, Zeiten der Auftragslosigkeit, der Weiterbildung, in Familienphasen oder bei Krankheit.

    Wie siehts du das? – Diskutier mit uns!